Instant Payments bahnen sich den Weg in die Treasury-Welt

Immer mehr Unternehmen nutzen Instant Payments. Mit dem Online-Einzelhandel fing alles an. Inzwischen ist der Echtzeit-Zahlungsverkehr auch in den Treasury-Abteilungen in vielen Branchen angekommen. Doch wer benötigt diese Funktionalitäten? Welcher Aufwand ist damit verbunden? Und wie können Banken unterstützen?

Eine optimierte Kontrolle durch schnelle Informationen und eine immer größere Flexibilität im Bereich Zahlungsverkehr und Reporting. Darum geht es aktuell in den Treasury-Abteilungen von Unternehmen. Das Cash- und Liquiditätsmanagement entwickelt sich durch die neuen technologischen Möglichkeiten immer weiter. Die Anforderungen steigen entsprechend. Kunden, Geschäftspartner und die Unternehmensführung verstärken den Druck auf die Treasurer, innovative Payment-Lösungen und ein Realtime-Reporting einzuführen sowie auf dieser Datenbasis immer aussagekräftigere Analysen zu liefern. Alle notwendigen Informationen sollen in Echtzeit zur Verfügung stehen: Daten-, Kapazitäten- und Ressourcenverfügbarkeit auf Knopfdruck. Dennoch ist nicht immer die dafür notwendige Infrastruktur bereits vorhanden. Unternehmen hinterfragen, ob diese Veränderung für ihr Geschäftsmodell wirklich notwendig sein mag. Die Zukunft wird in der Nutzung von Instant Payments liegen – weltweit.

 

Von B2C zu B2B – mit Einschränkungen

Transparenz im Zahlungsverkehr und damit im Liquiditätsmanagement ist entscheidend. Nur so können Treasurer Risiken schneller erkennen und absichern. Unbestritten bilden Unternehmen, die den Endverbraucher direkt mit ihren Produkten und Dienstleistungen ansprechen, eine Speerspitze bei dieser Entwicklung. Der Online-Handel lebt zunehmend davon, dass Zahlungen sofort getätigt und beim Empfänger gutgeschrieben werden können.

Von der primären Nutzung in B2C-Branchen ist das Interesse an Real-Time-Reporting und Transaction Services nun auch im B2B-Bereich angekommen. Allerdings sind viele Treasurer aktuell noch nicht so aufgestellt, dass ihre Unternehmen Instant Payments ohne weiteres nutzen können.  Jene, die es versuchen, stoßen derzeit noch schnell an die Grenzen der derzeitigen Regulierungen. In Deutschland ist eine SEPA Echtzeitüberweisung derzeit bis zu einem Betragslimit von 100.000 EUR möglich. Vor Juli dieses Jahrs waren es gerade einmal 15.000 EUR. Für Unternehmen sind Mehrfachüberweisungen generell möglich, aber nicht praktikabel. Solche Betragsgrenzen sind in der Realität der Treasurer viel zu niedrig gesetzt. Oft müssen deutliche höhere Beträge eilbedürftig transferiert werden. Wie so oft in Themen rund um die Digitalisierung ist Asien hier Vorreiter. Doch auch in anderen EU-Ländern wie Spanien und den Niederlanden gibt es bereits keine Begrenzung bei den Zahlbeträgen mehr. Jederzeit können in wenigen Sekunden Zahlungen in unbegrenzter Höhe transferiert werden. 

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob es für sie sinnvoll ist, als Pilot in der aktuellen Umstellungsphase teilzunehmen. Ob Zahlungsverkehr und Kontoinformationen in Echtzeit wirklich entscheidend für das eigene Geschäftsmodell sind oder ob man die weitere technische und regulatorische Entwicklung nicht noch eine Zeitlang abwarten sollte.

 

Wie Banken unterstützen

Inzwischen bieten viele Kreditinstitute – darunter auch Société Générale – Echtzeitzahlungen für ihre Kunden in Deutschland an. Die Banken unterstützen bei Planung und Einführung von Instant Payments und einem Real-Time-Reporting. In der Beratung analysieren Kunde und Bank zunächst, ob, wann und wie die Funktionalitäten benötigt werden. Viele Treasurer stehen im unternehmensinternen Digitalisierungsprozess noch am Anfang. Was benötigen sie vor der Einführung von Instant Payments und einem Realtime-Reporting? Die Investition in ergänzende Softwarelösungen reicht hier nicht aus. Meist müssen für Jahre interne Ressourcen aufgebaut werden, sei es im Bereich IT-Experten und -Expertinnen oder der IT-Systeme. Häufig sind neue Prozesse in allen Abteilungen der Wertschöpfungskette vonnöten. 

Banken übernehmen die Rolle, kritische Bereiche aufzuzeigen, mit einzuordnen und bei der Implementierung zu unterstützen. Sie empfehlen beispielsweise Realtime-Reporting-Modelle, die passend zum Geschäftsmodell effizient funktionieren. Sie kennen die aktuellen Regulierungsanforderungen und Grenzen des Umsetzbaren. Sie beschäftigen sich täglich damit, wie der Zahlungsverkehr sich weiterentwickeln kann und worauf sich Treasurer in naher Zukunft einstellen müssen. Ein Beispiel hierfür ist die Ende 2022 beginnende Umstellung der SWIFT-Nachrichten auf den XML ISO 20022 Formatstandard. 

 

Was die Zukunft bringen wird

Société Générale nimmt unter anderem eine Vorreiterrolle bei Lösungen mit Virtuellen Konten ein. In Kürze stehen diese auch deutschen Firmenkunden zur Verfügung. Virtuelle Konten eröffnen Treasurern neue Möglichkeiten bei der Zentralisierung ihrer unternehmensübergreifenden Kontobeziehungen mit ihren Transaktionsbanken. Nicht nur für Automatisierung der Verbuchung von gezahlten Kundenrechnungen.
Darüber hinaus können virtuelle Konten bei der Optimierung von Inhouse-Bank Strukturen verwendet werden. Physische Bankkonten von Tochtergesellschaften lassen sich auf diese theoretisch virtualisieren, ohne die Nutzung mit externen Partnern, wie z.B. ihren Kunden, einzuschränken. Natürlich bedingt dies vor dem Start eines solchen Projektes eine eingehende Prüfung aller rechtlichen und steuerlichen unternehmensindividuellen Aspekte.

Virtuelle Konten können so eine strategischere Rolle innerhalb von Organisationen einnehmen. Das Virtual Account Management-Angebot VAM@SG bietet europäischen Firmenkunden eine unbegrenzte Anzahl virtuelle IBAN-Nummern (vIBAN), die sich alle auf dasselbe reale Bankkonto beziehen, auf dem sich die Zahlungsströme des Unternehmens konzentrieren. Ergänzt mit einem maßgeschneiderten Reporting ermöglicht es die Liquiditätsanalyse in Echtzeit. Dies ist ein weiterer großer Schritt zu mehr Effizienz im Cash- und Liquiditätsmanagement, aber bei weitem noch nicht das Ende der Entwicklung.